für Jugendliche mit einer Hörbeeinträchtigung –
Gemeinschaft erleben und Segeln lernen
Vom 19. bis 21. Juni 2026 bot der sonderpädagogische Dienst des BBZ Stegen gemeinsam mit dem Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V. bereits zum zweiten Mal eine Segelfreizeit auf dem Bodensee an. Zehn Jugendliche mit Hörbeeinträchtigung der Klassen 7 bis 9 aus verschiedenen Schulen in ganz Baden-Württemberg nahmen an dem Wochenende teil.
Die meisten der Jugendlichen kannten sich vor Beginn der Freizeit nicht. Im Schulalltag sind sie häufig die Einzigen mit einer Hörbeeinträchtigung in ihrer Klasse. Umso wichtiger sind Angebote wie diese Segelfreizeit, die den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, andere Gleichaltrige mit Hörbeeinträchtigung kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Freundschaften zu knüpfen.
Wie schnell die Gruppe zusammenfand, war beeindruckend: Schon nach kurzer Zeit hatte man überhaupt nicht mehr den Eindruck, dass sich die Jugendlichen erst wenige Stunden zuvor kennengelernt hatten. Es wurde viel gelacht, gemeinsam angepackt und selbstverständlich miteinander kommuniziert.
Untergebracht war die Gruppe auf dem Campingplatz Klausenhorn in Konstanz-Dingelsdorf. Bei der Selbstverpflegung im Camp war Teamarbeit gefragt: Gemeinsam wurden Mahlzeiten vorbereitet, der Tisch gedeckt und anschließend gespült. Jeder übernahm Verantwortung und trug zum Gelingen des Wochenendes bei.
Gesegelt wurde auf einem rund 100 Jahre alten Kutter, der den Jugendlichen ein besonderes maritimes Erlebnis bot.
Am Freitagabend sorgte ein Gewitter dafür, dass zunächst nicht ausgelaufen werden konnte. Stattdessen standen ein nautisches Begriffe-Quiz und ein Workshop zum Erlernen wichtiger Segelknoten auf dem Programm. So konnten die Jugendlichen ihr Wissen erweitern und sich auf die kommenden Segeltage vorbereiten.
Am Samstagmorgen fehlte zunächst der Wind. Kurzerhand wurde gemeinsam zu den „Riemen“ gegriffen und der Kutter kooperativ aus dem Hafen gepaddelt. Dabei wechselten sich die Jugendlichen regelmäßig ab und erlebten, wie wichtig Teamarbeit auf einem Segelschiff ist. Auch im weiteren Verlauf des Tages übernahmen sie abwechselnd verschiedene Aufgaben an Bord, vom Ab- und Anlegen über das Setzen der Segel bis hin zum Steuern des Bootes.
Ein besonderer Programmpunkt war der Abstecher zum Teufelstisch im Bodensee. Anschließend sorgte das Baden direkt vom Boot aus im glasklaren Wasser für eine herrliche Erfrischung. Besonders viel Spaß machte es den Jugendlichen, sich vom fahrenden Boot durchs Wasser ziehen zu lassen.
Während der großen Mittagshitze legte die Gruppe eine Pause im Camp und im Schatten des Strandbades ein. Bei Spielen und Gesprächen blieb viel Zeit, sich besser kennenzulernen und neue Kontakte zu vertiefen.
Am frühen Abend setzte schließlich der ersehnte Wind ein. Mit allen drei gesetzten Segeln ging es bis in die Marienschlucht. Dort wurde gemeinsam gegrillt und der Aussichtspunkt oberhalb der Schlucht besucht. Ein weiterer Höhepunkt war die stimmungsvolle Rückfahrt in der Abenddämmerung und bei Nacht, vorbei an beleuchteten Häfen und den Lichtern entlang des Ufers.
Auch am Sonntag ließ der Wind zunächst auf sich warten. Deshalb führte die Fahrt zunächst nach Überlingen, wo sich alle bei einem Eis stärken konnten. Anschließend wurde noch einmal direkt vom Boot aus gebadet, bevor die Gruppe nach einem gemeinsamen Mittagessen das Wochenende in einer Abschlussrunde ausklingen ließ.
Am Ende waren sich alle einig: Die Segelfreizeit bot nicht nur spannende Einblicke in den Segelsport, sondern vor allem die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, Verantwortung zu übernehmen und Kontakte zu anderen Jugendlichen mit Hörbeeinträchtigung zu knüpfen. Ein Wochenende voller gemeinsamer Erlebnisse, neuer Erfahrungen und schöner Erinnerungen.
Unser herzlicher Dank gilt der Haldenwang-Stiftung sowie den beiden Hörakustikern „Hörhaus Tuttlingen“ und „Hörwelt Jana Ritter“ deren großzügige Spenden diese Segelfreizeit ermöglicht und zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Teilnehmenden gemacht hat.