GAPP Schüleraustausch 2019

Der Schüleraustausch GAPP 2019 fand dieses Jahr vom 23.03. bis 13.04. statt. Schülerinnen und Schüler aus den Klassen G10, V11 und G11 reisten in die USA und besuchten dort die Metropole New York, die Hauptstadt Washington D.C. und das Freiluftmuseum Colonial Williamsburg in Virginia. Im Anschluss daran verbrachten die deutschen Gastschüler zwei Wochen in Gastfamilien im Bundesstaat North Carolina und besuchten unsere Partnerschule in Lenoir. 



23.03
Die erste Woche begann mit dem Besuch des Big Apple. Verschiedene Exkursionen und Besichtigungen standen auf dem Programm. Gleich am Tag unserer Ankunft wurde noch ein kurzer Abstecher zum Times Square unternommen, der sich im Laufe der Zeit als absoluter Hot Spot für die Schülerinnen und Schüler herauskristallisieren sollte.

24.03
Am Tag darauf gab es eine Führung durch den Stadtteil Harlem. Verschiedene für Afroamerikaner besonders bedeutungsvolle Stationen wurden auf dem Weg durch Harlem angesteuert. Wir wurden dabei auch Augenzeugen eines Filmdrehs in den Straßen Harlems. Den Abschluss bildete der Besuch eines Gospelgottesdiensts. Es war ein besonderes Erlebnis die Gospel Singer nun aus nächster Nähe zu bestaunen, mitzuwippen, mitzuklatschen, mitzusingen und die Atmosphäre eines solchen Gottesdienstes live zu erfahren. Danach machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg nach Brooklyn, besser gesagt zunächst zur Brooklyn Bridge. Diese überquerten wir zu Fuß und konnten so fast auf jedem Schritt neue Perspektiven der Skyline Manhattans ausmachen und die Gruppe nutzte die Gelegenheit sich in verschiedenen Posen vor Skyline oder Brücke ablichten zu lassen. Mit einer kleinen Tour durch Brooklyn beendeten wir diesen Nachmittag und starteten Richtung Empire State Building. Von der Observation Platform bekamen wir den ersten Eindruck von der Größe dieser faszinierenden Stadt und natürlich wurden wieder Fotos in alle Himmelsrichtungen, wahlweise mit oder ohne (Top-) Models, geschossen. Den Abend verbrachten die SuS in Kleingruppen in Manhattan und die meisten zog es auch gleich wieder zum Times Square, um sich dort ins Getümmel zu stürzen. Früher als vereinbart traf man sich wieder im Hostel, um endlich die müden Beine hochzulegen.

25.03.
Am nächsten Tag stand Miss Liberty, Ellis Island und der Central Park auf dem Programm. Nach einem kalorienreichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zur nächsten U-Bahn Station und fuhren Downtown bis zur Endstation. Dort angekommen ging es schnurstracks zum Battery Park um dort die Fähre zu Liberty Island zu nehmen. Sicherheitschecks gehören zum täglichen Programm an Flughäfen und auch an allen größeren und kleineren Landmarks. Diese durften wir ja schon am Flughafen in Frankfurt und auch bei der Immigration Control in New York durchlaufen und somit standen wir vor der Fähre auch wieder in der nächsten lange Schlange und warteten darauf gecheckt zu werden. Als endlich alle durch die Kontrolle waren, bordeten wir das Schiff und tuckerten auf Miss Liberty zu. Es ist schon ein imposanter Anblick die Freiheitsstatue, die zunächst nur klein am Horizont zu erkennen ist immer größer werdend vor sich erscheinen zu sehen. So oder so ähnlich werden wohl auch die Einwanderer aus Europa die beeindruckende Statue vor sich gesehen haben. Ganz anders als in den vielen Filmen und auch Schulbüchern wirkt dieses Wahrzeichen, wenn man nun direkt davorsteht. Es war ein erhebendes Gefühl und die Gelegenheit wurde erneut genutzt um eifrig zu fotografieren und die verschiedenen technischen Finessen der Smartphones voll auszuschöpfen. Nach einem kurzen Referat zur Statue of Liberty ging es wieder auf die Fähre und weiter zu Ellis Island. Hier wurden bis 1954 Einwanderer meist aus Europa empfangen und registriert. Heute dient die Einwanderungsstelle als Museum, in welchem die bewegte Geschichte der Insel und ihrer vorübergehenden Bewohner auf zwei Etagen dargestellt wird. Nach einem geschichtsträchtigen Vormittag machten wir uns erneut auf den Weg zunächst via Fähre und dann mit der U-Bahn in Richtung Central Park. Dort erkundeten wir bei bestem Wetter verschiedene Denkmäler und berühmte Plätze, wie zum Beispiel das Strawberry Fields John Lennon Memorial, die Alice in Wonderland und Hans Christian Andersen Statue und andere. Wir spazierten um das Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir und alle, die noch nicht genug hatten, konnten sich auf einem Spielplatz so richtig austoben. Am Abend hatte die Schülergruppe einen Tisch in einem Lokal in der Nähe des Central Parks reserviert. Hier konnten nun die leeren Kalorien-Tanks mit Fritten und Burgern wieder aufgefüllt werden und das alles auf Kosten der Hot Dog Kasse, die an diesem Abend geplündert wurde. Müde und in jeder Hinsicht gesättigt machten wir uns auf den Weg zum Hostel oder wahlweise nochmal zum Times Square um den Abend dort noch etwas lebendiger ausklingen zu lassen.

26.03.
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Anschläge von 9/11. Gleich am Morgen starteten wir wieder Richtung Downtown, um beim 9/11 Memorial & Museum eine sehr informative aber auch aufwühlende Führung durch das Museum zu bekommen. Die Chronologie der Ereignisse dieses Tages, der doch so vieles in der jüngsten Geschichte nicht nur der USA verändert hatte, und die Flut der Bilder und Informationen machten uns alle sehr betroffen und so wurde nicht gleich zum nächsten Highlight gehetzt sondern man nutzte die Pause, um sich in kleinen Gruppen noch weiter über das Gesehene auszutauschen. Das Memorial, welches aus zwei großen Pools besteht, die genau auf den Grundrissen der Twin Towers errichtet wurden und welche mit den Namen aller Opfer dieses Tages eingefasst sind, stellte dann die zweite Etappe dieses Tages dar. Mit 541m Höhe schiebt sich das One-World Trade Center, das im Jahre 2013 fertiggestellt wurde, direkt neben dem Memorial in den strahlend blauen Himmel. Auch diesen Ausblick ließen wir uns nach einer kurzen Pause nicht entgehen und fuhren mit dem Aufzug bis in den obersten Stock zum Observatory. Zunächst wurden wir alle vor einem Vorhang aufgereiht, auf dem verschiedene Bilder der Stadt New York projiziert wurden. Dann wurde der Vorhang langsam angehoben und der einmalige Blick auf New York und die Umgebung wurde freigegeben. Trotz Panzerglas benötigte es bei einigen Schülerinnen und Schülern doch eine gewisse Überwindung bis an den Rand, der an die bis zum Boden reichenden Scheiben, heranzutreten um den direkten Blick nach unten zu wagen. Mit Hilfe von Tablets konnten verschiedene Gebäude und Regionen in der Umgebung angepeilt werden und so bekamen die SuS noch einen weiteren Einblick oder besser gesagt Überblick über diese gigantische Stadt und lernten auch die Lage der Stadt geographisch noch genauer einzuordnen.
Da die Wall Street nicht weit entfernt war spazierten wir noch kurz zum Finanzzentrum der USA und bestaunten die NY Stock Exchange und auch den von unzähligen Touristen umlagerten Bullen, der nicht unweit der Wall Street steht. Nach diesem intensiven Vormittag durften die SuS auf eigene Faust die Stadt erkunden und man traf sich am Abend wieder, um gemeinsam in das atemberaubende Musical King Kong am Broadway zu gehen. Diese Inszenierung ließ wahrlich keine Wünsche offen und so wurden selbst die noch so müden Fußgänger von dieser actiongeladenen und abwechslungsreichen Show mitgerissen.

27.03.
Am heutigen Tag hieß es schon Abschied nehmen von der Stadt die niemals schläft. Es wurden eifrig Koffer gepackt und diese dann auch schnell im Storage Room verstaut, denn man plante noch die letzten Einkäufe zu erledigen oder Souvenirs aus New York zu besorgen. Nachdem alle wieder zur Mittagszeit zum Hostel zurückgekommen waren, um die Koffer zu holen und die Einkäufe zu verstauen, brachen wir ein letztes Mal Richtung Times Square auf. Dort befindet sich auch das Greyhound Bus Terminal von dem aus wir nach Washington starteten, wobei wir zuvor noch eine gute Stunde auf unseren Bus warten mussten. Das System der Fernreisebusse und der Bahn funktioniert anders als in Deutschland. Hier checkt man in der Regel ein und muss eine Stunde vor Abfahrt am Bus-/Bahnhof erscheinen. Die Busfahrt führte uns dann durch die Staaten New Jersey, Pennsylvania und Maryland. Und diejenigen, die vor lauter Müdigkeit nicht eingeschlafen waren oder es schafften ihre Handys auch mal beiseite zu legen, konnten etwas von dem sich verändernden Landschaftsbild und den Highways mitbekommen und sogar auch ab und zu einen Blick auf den Atlantik werfen. Nach ca. 4,5 Stunden erreichten wir die Hauptstadt der USA und nach einem kurzen Umstieg im Bahnhof auf einen kleineren Linienbus erreichten wir das deutlich kleinere Hostel in Downtown Washington unweit von Chinatown. Nachdem schnell die Zimmer bezogen wurden, ging die Gruppe noch zum Abendessen nach Chinatown und stärkte sich so für den kommenden Tag, der die am Abend zugeführten Kalorien noch deutlich dezimieren würde.

28.03.
Das Frühstück war laut einheitlicher Meinung nicht so lecker wie in New York, aber dennoch machte man sich nun gestärkt auf den Weg zum Amtssitz des Präsidenten. Ein paar Schüler ließen es sich nicht nehmen auf dem Weg zum Weißen Haus das „Make America Great Again“ Cap zu kaufen und ließen sich mit diesem vor Polizeiwagen, Wachen oder natürlich dem Weißen Haus ablichten. Nicht allen Passanten war klar, dass dieses Outfit als ironische Anspielung gedacht war und nicht die wahre Überzeugung der Schüler wiederspiegelte. So mussten sich die Schüler vor einigen Passanten auch entsprechend rechtfertigen.
Das Weiße Haus wurde von allen Seiten begutachtet, mindestens genau so intensiv wie die Wachen, Polizeiwagen und auch die Sniper auf dem Dach des Gebäudes. Es ist schon bemerkenswert wie die Sicherheitsvorkehrungen seit dem Wechsel des Amtsinhabers erhöht wurden.
Weiter führte uns der Weg am Washington Monument vorbei zum National Museum of American History. Hier führte uns eine ältere Dame durch die großen Hallen des Museums und erklärte uns den Hintergrund und die Geschichte unzähliger Exponate. Dabei konnten wir unter anderem folgende Originalexponate bestaunen: die Uniform von George Washington, den Zylinder von Abraham Lincoln, die Boxhandschuhe von Muhammad Ali, den Koch der Muppetshow, etc.
Im Anschluss an die Führung konnten die SuS das Museum noch auf eigene Faust erkunden und sich in der dortigen Cafeteria oder am Hot Dog Wagen vor dem Museum für die zweite Tageshälfte stärken. Unser Weg zum Arlington Cemetery führte uns dann nochmals vorbei am Washington Monument, dem World War II Memorial, dem Lincoln Memorial Reflecting Pool, dem Lincoln Memorial und der Arlington Memorial Bridge.
Auf dem Friedhof, auf dem unzählige Kriegsveteranen und gefallene Soldaten beerdigt sind liegt unter anderem auch J.F. Kennedy. Die Führung über den Friedhof machte wieder erneut deutlich, wie wichtig Frieden ist und, dass man immer wieder für dieses kostbare Gut einstehen muss, denn Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Die Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten und die Besichtigung des Grabs von J.F. Kennedy markierten dann die Höhepunkte dieser Führung.
Die Füße schmerzen schon, aber die Tour geht weiter und wir machen uns auf den Weg zum Memorial Walk. Es geht zurück zum Lincoln Memorial. Dort angekommen erfahren wir in einem weiteren kurzen Schülerreferat das Wichtigste zu diesem Monument. Die Aussicht auf den Reflecting Pool und das sich darin spiegelnde Washington Monument kann man bestens von dort oben aus genießen und nach einem weiteren Fotoshooting geht es weiter rund um das Tidal Basin. Ganz nebenbei konnten wir auch die tolle Kirschblüte entlang des Sees genießen. Folgende Denkmäler und Statuen wurden auf diesem Weg angesteuert: Korean War Memorial, Martin Luther King Memorial, Franklin Delano Roosevelt Memorial und last but not least das Jefferson Memorial. Dieses letzte Denkmal ist besonders pompös in einer tempelartigen Halle aufgebaut und zeigt den dritten Präsidenten der USA, einen der Gründungsväter, mit der unterzeichneten Declaration of Independence in seiner Hand. Die müden Glieder wurden nochmal auf einer Bank in der Halle ausgestreckt und ein paar Worte zu Jefferson beendeten den Memorial Walk. Nun galt es nur noch zum Hostel zurückzukehren. Die Aussicht auf ein leckeres Abendessen in Chinatown gab den müden Schülerinnen und Schülern nochmal einen letzten Schwung, um die knapp 2 Meilen zurück anzutreten.

29.03.
Unser letzter Tag in Washington. Die gepackten Koffer wurden im Hostel verstaut und es ging los Richtung Gallaudet University, die weltweit einzige Universität mit einem speziellen Programm für Hörgeschädigte und Gehörlose. Nach einer etwas umständlichen Besorgung der U-Bahn Tickets konnte es endlich losgehen. An der Uni angekommen, bekamen wir eine kurze Begrüßung und dann eine Führung über den Campus und durch die Gebäude, wir durften auch eine ASL Vorlesung besuchen. Bedingung für das Studium an der Gallaudet University ist, dass man die American Sign Language beherrscht. Alle Dozenten und Mitarbeiter gebärden und somit ist es unabdinglich, bevor man in das Studium einsteigt, die amerikanische Gebärdensprache zu erlernen. Einige Schülerinnen und Schüler machten sich Gedanken über ihre Zukunft und wie es nach der Schule weitergehen sollte, war es doch für fast alle die erste Besichtigung einer Universität.
Im Anschluss daran ging es mit dem Bus der Gallaudet University zur Union Station und von dort zu Fuß zum Kapitol. Dieser Sitz des Repräsentantenhauses und des Senats stellt mit seiner imposanten Kuppel ein beeindruckendes Bauwerk dar. Natürlich wurden auch hier zahlreiche Fotos geschossen und nach einer kurzen Pause auf dem Vorplatz des Kapitols ging es weiter mit einem Spaziergang über die National Mall zurück zum Hostel. Dort wurden dann schnell die Koffer abgeholt, um dann mit dem Linienbus zurück zur Union Station zu fahren. Die Wartezeit auf den Zug wurde genutzt, etwas zu essen oder auch das ein oder andere Souvenir aus Washington zu kaufen. Auf der Zugfahrt nach Williamsburg konnte man dann doch bemerken, dass die langen Fußmärsche ihren Tribut forderten da die Köpfe hier und da doch deutlich wegnickten. Am Abend erreichten wir Williamsburg in Virginia. Wir wurden vom Hotel Shuttle abgeholt, im Hotel angekommen wurde gleich in die komfortablen Zimmer eingecheckt und der Abschluss des Tages krönte ein üppiges Abendessen im angrenzenden Restaurant.

30.03.
Der heutige Vormittag stand ganz im Zeichen der Geschichte der Vereinigten Staaten. Das Living-History Museum Colonial Williamsburg ist ein Dorf, das so hergerichtet war wie es wohl im 18. Jahrhundert ausgesehen hatte. Die Menschen, die im Freilichtmuseum arbeiten, sind ebenfalls so gekleidet wie es zur Zeit der amerikanischen Unabhängigkeit Usus war. Eine Führung von knapp drei Stunden ermöglichte es uns dann auch einen Einblick in die wichtigsten Gebäude zu erlangen. So konnten wir den Gerichtssaal bestaunen und auch erfahren, wie früher Zwirn am Webstuhl hergestellt wurde. Eine kurze sportliche Betätigung, das Hoop Rolling, wurde zur Erheiterung aller als Pausenfüller genutzt. Im Anschluss an eine sehr interessante und informative Führung konnten alle noch auf eigene Faust losziehen, bevor man sich dann gegen 14 Uhr zur Abfahrt nach Bush Gardens traf. Die Schüler freuten sich nach einem geschichtsträchtigen Vormittag nun auf die adrenalingeladene Abwechslung im Freizeitpark. In kleineren Gruppen zog man los, um die besten, schnellsten und steilsten Achterbahnen schnell ausfindig zu machen und diese dann so oft es ging zu fahren. Als am Abend dann alle noch hungrig ihre Burger, Pizzen und Pommes verzehrten konnte der Schreiber dieser Zeilen mit ziemlich flauem Magen dem üppigen Abendessen nicht mehr so viel abgewinnen.

 

31.03.
Der letzte Tag in Williamsburg begann nochmals mit einem fürstlichen Frühstücksbuffet. Neben selbstgemachten Waffeln und anderen Leckereien konnte man sich den Start in den Tag auch mit knallbunten Bagels versüßen. So gestärkt machten wir uns auf, die letzte längere Inlandreise mit dem Zug anzutreten. Der Hotelshuttle brachte uns wieder an den Bahnhof und nach einer kurzen Zugfahrt bis nach Richmond, der Hauptstadt Virginias, konnten wir uns dort erstmal während eines längeren Aufenthalts mit Mittagessen und Getränken aus den umliegenden Fast Food Ketten versorgen. Einige Schülerinnen und Schüler nutzten die Pause aber auch,  um sich auf den bequemen Bänken der Bahnhofshalle nochmal richtig auszuschlafen. Die Reise nach North Carolina ging nach dieser längeren Umstiegspause weiter nach Greensboro. Eine leichte Nervosität war spürbar, stand ja der Tag bzw. der Abend des ersten Zusammentreffens von Schülern und Gastfamilien an. Nach einer fünfeinhalb stündigen Fahrt wurden wir in Greensboro von unserem amerikanischen Kollegen der Hibriten High School, Herrn Sanderlin, mit einem echten Activity Bus abgeholt. Die Reise nach Lenoir dauerte dann nochmal gut zwei Stunden und als wir alle endlich müde und erschöpft am Schulparkplatz unserer Partnerschule ankamen wurden alle sehr aufgeregten Schülerinnen und Schüler von ihren sehr freundlichen Gastfamilien empfangen. Die anfängliche Scheu sollte im Laufe der nächsten zwei Wochen noch einer großen Freundschaft weichen.


01.04.
Der erste April war auch der erste Schultag an der Hibriten High School. Schulbankdrücken, erste Eindrücke der amerikanischen High School sammeln, Mensaessen der amerikanischen Art genießen, sowie der Besuch der schuleigenen Fire Academy mit eigenem Feuerwehrauto und die Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Colwell standen in der Zeit von 7:55 bis 14:55 Uhr auf dem Programm. Am Nachmittag wurden wir dann auch noch vom Bürgermeister der Stadt Lenoir, Joseph L. Gibbons,  im Highland Coffee House empfangen. Er brachte kleine Geschenke für uns mit und hieß uns ganz herzlich in „seiner“ Stadt willkommen. Die Gasteltern waren zum Teil auch mit im Coffee House dabei bzw. kamen im Anschluss an den Empfang und holten ihre Gastschüler ab. Der restliche Tag und der Abend wurde dann in den Familien verbracht und die Zeit genutzt sich etwas genauer zu beschnuppern.

02.04.
Trotz Schultag stand heute kein Unterricht, sondern Sight Seeing auf dem Programm. Wir fuhren im typisch gelben amerikanischen School Bus nach Asheville, um dort das Biltmore Estate zu besuchen. Das Biltmore House ist eine herrschaftliche Residenz, die Ende des 19 Jahrhunderts von George Vanderbilt erbaut wurde. Zunächst erhielten wir eine self guided Tour durch das Hause in welchem wir über die unzähligen Räume ihre früheren Bewohner informiert wurden. Ein Schwimmbad und auch ein Fitnessraum gehörten schon damals zur Ausstattung eines solchen Anwesens. Nach der Besichtigung des Hauses hatten wir noch Zeit, um uns die schönen Gärten und auch das große Greenhouse anzusehen. Freunde von Orchideen und vieler anderer exotischer Blumen und Pflanzen kamen hier auf ihre Kosten.
Im Anschluss fuhren wir im gelben Schulbus zur Asheville Mall, um dort noch eine Kleinigkeit zu essen und den ein oder anderen Einkauf zu tätigen. Zurück an der Schule, konnten sich interessierte Schülerinnen und Schüler noch den in den USA sehr groß geschriebenen Schulsport auf dem großen Sportgelände unserer Partnerschule ansehen. So konnte bei Mädchenfußball, Baseball, Softball und Tennis zugeschaut werden. Der Abend wurde dann auch wieder in den Gastfamilien verbracht.

03.04.
Heute stand wieder Schulbesuch auf dem Programm. Der Stundenplan ist jeden Tag gleich und das über das gesamte Semester. Nachdem wir unsere weiteren Eindrücke vom amerikanischen Schulsystem sammeln konnten, durften wir am Nachmittag dem Schulsport zusehen. Der Schulsport, nicht zu verwechseln mit dem Sportunterricht, hat einen enormen Stellenwert in den USA und die großen Begegnungen zwischen rivalisierenden Schulen sind immer gut besucht. Heut ging es jedoch eher beschaulich zu und man konnte auswählen ob man Baseball, Softball oder doch lieber Soccer anschauen möchte.
Im Anschluss daran ging es mit dem Schulbus zum Caldwell Community College and Technical Institute. Jede GAPP Begegnung beinhaltet auch eine Projektarbeit. Dieses Mal steht „Bluegrass“ im Fokus und so fuhren wir zur besagten Schule, um einer Jugendgruppe beim Proben ihrer Bluegrassstücke zuzuhören. Es wurden auch diverse Fragen rund um die Musikrichtung Bluegrass gestellt und kompetent beantwortet. Auch der Wunsch der deutschen Schüler nach dem Song „Country Roads“ wurde erfüllt und mehr oder weniger lautstark mitgesungen. Die Schülerinnen und Schüler wurden von ihren Gasteltern nach einem musikalischen Nachmittag am College abgeholt und der Abend wurde wiederum in den Gastfamilien verbracht.

04.04.
Heute war wieder ein regulärer Schultag und auch die ersten Präsentationen wurden gehalten. Im Vorfeld der Reise bereiteten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Themen wie z.B. Our School, Black Forest, Freiburg, Carnival, u.a. vor um diese den Amerikanern per Power Point Präsentation vorzustellen. Auch die naheliegende Middle School wurde besucht und mit Präsentationen aus Deutschland bedacht, denn man möchte ja dem Nachwuchs der deutschlernenden Amerikaner auch etwas bieten. Im Anschluss ging es nochmal für eine Stunde zurück in den Unterricht und der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung.

05.04.
Auch der heutige Freitag begann zunächst wieder mit Unterricht. Im Laufe der ersten Schulwoche wurden schon vielen klar, dass er Unterricht an der High School doch deutlich lockerer ist als am BBZ. Ob das nun gut oder schlecht ist wurde nicht einheitlich beantwortet. Am Abend erwartete uns dann auch das absolute Highlight der Woche. Ein Bluegrass Konzert mit der Band Carolina Wind. Die Band hatte sich extra für dieses Konzert wieder zusammengefunden und uns so einen fantastischen Abend ermöglicht. Sie gastierte vor vielen Jahren schon mal am BBZ und so konnte durch die noch bestehenden Kontakte dieses Konzert ermöglicht werden. Die Musiker beherrschten ihre Instrumente perfekt, es war ein wahrer Genuss ihnen zuzuhören, die amerikanischen Gastschüler waren auch mit dabei und auch Wünsche wurden erneut erfüllt. Nach gut zwei Stunden live Musik ging so ein schöner Abend zu Ende.

06.04.
Die erste Schulwoche ist geschafft und nun durften sich (fast) alle erholen. Ein Schüler ließ es sich jedoch nicht nehmen und nahm am Color Run der Hibriten Highschool teil. Von einigen Schülern die es auch schon so früh zur Schule geschafft hatten, wurden die Läuferinnen und Läufer nicht nur angefeuert, sondern auch mit Farbpulver beworfen. Die Startgebühr wurde für einen guten Zweck gespendet. Letztlich war es nicht auschlaggebend, wer als erstes ins Ziel kam, sondern es ging um den Spaß und Spaß hatten alle Teilnehmer. Der restliche Samstag wurde zusammen mit der Gastfamilie verbracht und es wurden verschiedene Ausflüge unternommen, wie zum Beispiel ein Besuch der Downtown Lenoir, einen Trip nach Charlotte oder eine Wanderung zum Grandfather Mountain.



07.04.
Der heutige Sonntag war ganz ohne festes Programm, so konnten die Gastfamilien den kompletten Tag mit ihren Gästen nutzen. Einige gingen in die Kirche, um den Bible Belt quasi auch mal live kennenzulernen, andere unternahmen wieder diverse Ausflüge oder gingen shoppen. Das Chillen kam auch nicht zu kurz, denn man musste je wieder Kräfte für die zweite Schulwoche sammeln.

08.04.
Der Beginn der zweiten Schulwoche. Die Schülerinnen und Schüler teilten sich wieder in ihre Klassen auf und besuchten den Unterricht, wie gewohnt. Am Nachmittag gab es in einem Fast Food Restaurant eine Veranstaltung „Around the World“. Es wurden verschiedenen Länder vorgestellt und natürlich durfte unsere Gruppe Deutschland präsentieren. Als kleines Dankeschön für die Arbeit, gab es Burger, Fritten und Getränke aufs Haus, was sich die Schülerinnen und Schüler nicht zweimal sagen ließen. Frisch gestärkt ging es dann weiter zu Bo’s Family Entertainment. Dort wurde gespielt was das Zeug hielt. Eine breite Auswahl an Spielmöglichkeiten ließ keine Wünsche offen. So konnte man Bowlen, Laser Tag spielen, Arcade Games zocken und vieles mehr. Auch hier wurden wir wieder gestärkt mit Pizza und Soft Drinks, sodass am Ende nicht nur alle müde, sondern auch alle richtig satt waren.

09.04.
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der bereits in Stegen vorbereiteten Präsentationen. Die deutschen Schülerinnen und Schüler präsentierten ihre Themen in verschiedenen Klassen und rotierten dann, sodass möglichst viele Amerikaner diese Präsentationen sehen konnten. Mindestens genauso interessant wie die Power Point Präsentationen waren die Frage und Antwortrunde im Anschluss an jede Präsentation, galt es doch einige Stereotypen wieder ins rechte Licht zu rücken oder bei Unklarheiten Antworten zu finden (Wie viele Brotsorten werden jetzt eigentlich in Deutschland gebacken und wie schnell darf man auf der Autobahn wirklich fahren?... um nur ein paar zu nennen).
Auch die Amerikaner hatten ein paar Beiträge vorbereitet uns so konnten wir einer Nachvertonung von Bamboleo lauschen und ein paar Rollenspiele und rezitierte Gedichte erleben.
Nach einem intensiven Schultag mit viel Engagement und noch mehr Präsentationen ging es zurück in die Gastfamilien, wo man den Tag gemeinsam ausklingen ließ.

10.04.
Kein Unterricht, dafür nochmal eine Tour zusammen mit den Amerikanern zuerst zur Appalachian State University und dann nach Blowing Rock und eine Abschlussdinner. Das ist das Programm für den heutigen Tag, in Kurzform. Mit dem großen Activity Bus ging es am morgen vor der Schule los und wir fuhren mit Hr. Sanderlin in die Appalachian Mountains. An der App State University werden auch verschiedene Sprachen gelehrt, sodass wir die Möglichkeit hatten in Spanisch-, Französisch- und Deutsch-Kursen zu hospitieren. Es war interessant nun auch noch eine zweite US-Universität von innen zu sehen, Kurse zu besuchen und danach in einer Führung noch mehr über diese Hochschule zu erfahren, last but not least konnten wir alle feststellen, dass Studieren in den USA auf jeden Fall deutlich teurer ist als in Deutschland. Nach der Besichtigung gab es in der Mensa dann noch ein leckeres Mittagessen, bevor wir wieder in den Bus stiegen und weiter Richtung Blowing Rock fuhren. Die Fahrt in die Blue Ridge Mountains war ein Erlebnis und die Aussicht sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt war einmalig. Die verschiedenen Stops in Blowing Rock und auf dem Weg über den Blue Ridge Parkway wurden zu intensiven Fotoshootings in jedweder Pose genutzt.
Um 16 Uhr war dann wieder Treffpunkt an der Schule und die Gäste wurden von ihren Gastfamilien abgeholt bevor alle dann um 18 Uhr zum letzten gemeinsamen Programmpunkt, dem Farewell Dinner im Café 1851 in Lenoir, zusammenkamen. Alle Gastfamilien sowie die deutschen Gastschüler kamen um gemeinsam diese wunderschöne Zeit ausklingen zu lassen. Es gab zwei Reden von Herrn Sanderlin und Herrn Fütterer und im Anschluss ein leckeres Buffet, das keine Wünsche offenließ.

11.04.
Am vorletzten Tag unserer großen Reise hieß es nochmal Schulbank drücken und sich auch schon auf den Rückflug vorzubereiten. Die Koffer waren nämlich doch bei einigen Schülerinnen und Schülern schwerer als beim Hinflug, bei manchen sogar zu schwer. Es fanden sich aber doch noch hilfsbereite Mitschüler und Mitschülerinnen, die dann das Extragepäck in ihren Koffern aufgenommen hatten.
Nach dem Schultag verbrachten alle noch ihren Nachmittag und Abend zusammen mit den Familien und unternahmen noch ein letztes Mal etwas gemeinsam.

12.04./13.04.
Der Tag der Abreise. Nun hieß es sich von den neugewonnenen Freundinnen und Freunden zu verabschieden und nach dem Schulvormittag dann auch von den Gastfamilien. Man konnte doch gut merken, wie sehr sich man sich in der gemeinsamen Zeit aneinander gewöhnt hatte und sich auch ans Herz gewachsen war. Es gab viele Tränen beim Abschied, aber auch Einladungen auf ein Wiedersehen. Herr Sanderlin bestieg noch ein letztes Mal den großen Activity Bus, um dann nach der Schule alle an den Flughafen nach Charlotte zu bringen.
Der Rückflug klappte gut und alle Schülerinnen und Schüler konnten wohlbehalten und voller neuer Erlebnisse in Frankfurt von ihren Eltern in Empfang genommen werden.
So endete eine lange, aufregende und ereignisreiche Reise, die uns allen noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Sicht der Schülerinnen und Schüler auf die Reise kann unter dem Blog
https://lukaskonstanz.wixsite.com/gapp-bbz-2019  nachgelesen werden.


Danken möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich:
Allen Gastfamilien, die das Erlebnis USA überhaupt erst ermöglicht haben
Sascha Sanderlin, der den Austausch perfekt vorbereitet und durchgeführt hat
Dem Sozialwerk des BBZ Stegen
Dem Förderverein des BBZ Stegen
GAPP
und last but not least
dem Verein Taube Kinder lernen hören, der diese Reise mit einer sehr großzügigen Spende unterstützt hat.
Taube Kinder lernen hören  
 

Auch wir hatte eine großartige Zeit mit einer super Truppe!
Claudia Bärwaldt und Gregor Fütterer

Hier noch ein paar Fotos unserer USA-Reise:
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