Joblooping im Europa-Park 2018

Joblooping2018

„Es hilft, macht Spaß und ist interessant“ – Nein, das ist keine Rätselfrage, sondern der Kommentar eines Teilnehmers zum Joblooping im Europa-Park, dem etwas anderen Bewerbertraining speziell für Jugendliche mit einer Hörschädigung. Mit Schwung ins Berufsleben starteten vom 26. bis 29. Juni auch in diesem Jahr wieder 21 hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler. Den drei kooperierenden Vorbereitungs- und Organisationsteams des sonderpädagogischen Dienstes des Bildungs- und Beratungszentrums für Hörgeschädigte Stegen unter der Leitung von Ada Jacobsen, des sonderpädagogischen Dienstes der Paulinenpflege Winnenden, geleitet von Günther Schmid, und des Vereins Science & Technologie e.V. unter Vorsitz von Joachim Lerch, gelang es somit bereits zum 7. Mal in Folge, ein attraktives Programm rund um für alle Berufsanfänger relevante Themen wie „Bewerbung“, „Vorstellungsgespräch“, „Start in einer neuen Firma“ usw. anzubieten unter Berücksichtigung der besonderen Situation von Jugendlichen mit einer Hörschädigung. Dafür sorgten zahlreiche Gastreferenten, unter anderem der selbst schwerhörige Psychologe Dr. Oliver Rien aus Husum mit einem Sozialtraining, in dessen Mittelpunkt stand, wie die Jugendlichen ihre künftigen Vorgesetzten und Kollegen über ihr auf den ersten Blick oft nicht bemerkbares Handicap und ihre speziellen Kommunikationsbedürfnisse aufklären können, um damit Missverständnissen vorzubeugen und Berührungsängste gar nicht erst aufkommen zu lassen. Aber auch Hinweise auf die Nutzung aller technischen Möglichkeiten, die hörgeschädigten Menschen in Schule und Beruf heute zur Verfügung stehen, waren ein wichtiger Teil des Programms. Dies wurde gleich praktisch umgesetzt durch den Einsatz von Höranlagen der Firma Phonak während der Tagung. Hörwelt Freiburg brachte darüber hinaus viele Zusatzgeräte mit, die die Teilnehmenden unter kundiger Anleitung ausprobieren durften. Auch die Firma VerbaVoice aus München machte auf ihre Dienste für hörgeschädigte Auszubildende und Studierende (Online Schrift- und Gebärdendolmetscher) nicht nur mit Infobroschüren, sondern auch durch deren praktische Demonstration vor Ort und den Bericht einer Nutzerin aufmerksam. Ein weiterer wichtiger und ebenfalls in den Vorjahren erprobter Baustein des Programms war das Rollenspieltraining mit Harry Wachenheim von den Wirtschaftsjunioren der IHK Freiburg, der mit den Jugendlichen sehr realistisch und praxisnah das richtige Verhalten in verschiedenen kniffligen Situationen bei Bewerbungsgesprächen einübte. Außerdem wurden Bewerbungsmappen, die die Jugendlichen bereits Wochen vor der Veranstaltung eingereicht hatten, in Einzelgesprächen ausführlich besprochen.

Die Teilnehmenden von Joblooping im Europa-Park kommen aus ganz Baden-Württemberg. Manche von ihnen besuchen derzeit noch Bildungseinrichtungen für Hörgeschädigte wie das BBZ Stegen, andere allgemeine Schulen. Aber alle beschäftigen sich bereits intensiv mit ihrer beruflichen Zukunft nach Abschluss der Schule und nutzten mit Begeisterung dieses Angebot, das in seiner Programmvielfalt, besonders in Verbindung mit dem attraktiven Veranstaltungsort, wohl einmalig in Deutschland sein dürfte.

Möglich ist das nur durch viele großzügige Förderer und Unterstützer – allen voran natürlich der Europa-Park Rust, der in diesem Jahr sogar eine zusätzliche Übernachtung spendierte, damit die Teilnehmenden bereits am Vortag anreisen und dadurch ausgeruht in das anstrengende Programm einsteigen konnten. Aber auch die Firmen, die Geldmittel und/oder Plätze für das eintägige Schnupperpraktikum am letzten Veranstaltungstag zur Verfügung stellten, trugen zum Gelingen der Veranstaltung wesentlich bei. Zudem unterstützten – wie schon erwähnt - die Wirtschaftsjunioren der IHK Freiburg, die Firma Trumpf Hüttinger, der Europa-Park Rust und die Handwerkskammer Freiburg die Veranstalter mit Referenten, die das Tagungsprogramm mit ihren Trainingseinheiten und Vorträgen bereicherten.

Die begeisterten Kommentare der Teilnehmenden, die trotz randvollem Programm natürlich auch noch die eine oder andere Runde auf den Achterbahnen des Parks drehen durften, sind Ansporn für die Organisatoren, sich gleich im Anschluss an dieses Joblooping erneut auf die Suche nach Sponsoren und Unterstützern zu begeben, damit sich das „Karussell der beruflichen Möglichkeiten“ für hörgeschädigte Jugendliche auch im Jahr 2019 wieder drehen kann.

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