Über uns

Ehemalige über das BBZ

Zwei ehemalige Abiturientinnen

 

Guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren, sowie Mitabiturientinnen und Mitabiturienten.
Mein Name ist Y… und ich möchte Ihnen meine Lebensgeschichte erzählen.
Das Leben ist wie eine Reise im Zug. Man steigt oft ein und aus, es gibt Unfälle, bei manchen Aufenthalten angenehme Überraschungen und weniger angenehme.
Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen, treffen wir Menschen, von denen wir glauben, dass sie uns während unserer ganzen Reise begleiten werden: unsere Eltern.
Im Herbst 1989 wurde ich in der Nähe von S…. geboren. Meine Eltern gaben mir einen türkischen Namen, der auf Deutsch die Blume „Jasmin“ bedeutet. Meine Eltern bemerkten schnell, dass irgendwas nicht stimmte, da ich nicht mal Mama oder Papa sagen konnte. Der Arzt stellte meine Taubheit fest, sowie eine unheilbare Augenkrankheit. Doch Hörgeräte waren keine Lösung für mich. Mein Vater wurde auf das Cochlear-Implant-Zentrum in Freiburg aufmerksam.  Zu meinem Glück wurde mir 1996 ein CI implantiert und seit ich 7 Jahre alt bin, hörte ich immer mehr und lernte die erste Sprache Deutsch. Viele Jahre lang nach meiner CI-Operation übte mein Vater unglaublich viel mit mir; er zeigte mir die Welt, Natur, Tiere und brachte mir viele neue Wörter sowie Rechnen bei, als ob ich die ersten 7 verpassten Jahre innerhalb kürzester Zeit nachholen müsste. Deshalb habe ich auch kein Türkisch gelernt.
Baba, ich bin dir unendlich dankbar, weil du mich unterstützt hast, sodass ich von einem kleinen tauben Mädchen zu einer CI-hörenden Abiturientin geworden bin.
Auch meine Mutter ist eine sehr wichtige Person in meinem Leben. Sie hat von Anfang an immer an mich geglaubt, dass ich meine schwere Reise bewältigen werde. Besonders in der Stegener Zeit hat sie mir immer wieder Mut gemacht, an mich zu glauben und mir Kraft und Geduld geschenkt für schwierige und stressige Momente. Danke für alles, Mama.
Irgendwann steigen andere Personen, die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein.
Nach einem guten Realschulabschluss, kam ich hierher nach Stegen, um mein Abitur zu absolvieren. Nach meiner zweiten CI-Operation fragte man mich unsicher: „Glauben Sie, Sie schaffen das Abitur?“ Die Frage, die mir immer wieder gestellt wurde, beantwortete ich mit:
„Ich versuche mein Bestes, soweit ich kann!“
Es gibt immer wieder andere im Zug, die da und bereit sind,  denen zu helfen, die es brauchen.
In meinem Fall war M… meine große Hilfe, ohne sie hätte ich das Abitur nicht geschafft. M…, ich danke dir, dass du mir sehr geholfen hast, mein Wissen zu erweitern, meine Texte zu korrigieren, meine Verständnislücken zu ergänzen und schwierige Texte und Fremdwörter zu verstehen sowie für das gemeinsame Lernen auf das Abitur.
Auch S… hat mir wahnsinnig mit unserer Deutsch-Nachhilfe geholfen, die deutsche Sprache besser zu beherrschen und mein Wortschatz zu erweitern. Als Motivation haben wir uns damals in der V11 ein Versprechen gegeben. Auf dieses Notizblatt haben wir draufgeschrieben: „ABITUR 2011. Haben wir unser Abitur gemeinsam geschafft, dann wird Y… an der Abifeier vor allen Leuten eine Rede halten! „Deutsch“ wird ihr Erfolg!“ Und hier stehe ich und halte meine Rede.
„Deutsch ist mein Erfolg!“ Danke sehr, S…!
Danke auch an meine Mitbewohner und Mitabiturienten für eure Unterstützung, Begleitung, den Humor, das Zusammensein und natürlich eure liebevollen Sticheleien.
Eine lange Reise beinhaltet viele Herausforderungen, Träume, Fantasien, Hoffnungen und Abschiede…
Wir haben unsere Reise bis hin zum Abitur auf bestmöglicher Weise bewältigt.
Für mich waren auch meine Erzieherinnen in Haus 10 und im Personalwohnheim, sowie viele Lehrer wichtige Reisebegleiter. In der G11 sahen meine Noten nicht gut aus. Einige Lehrer rieten mir mal eine andere Schule anzuschauen oder mich eventuell zu bewerben.  Mir hat das wehgetan, denn ich wollte meinen Traum ungern aufgeben. Ich hätte mehr Motivation gebraucht.
Hier möchte ich mich bei Herrn B… bedanken, da er nicht nur fleißige oder stinkfaule Kinder von Albert Einstein, sondern auch unsichere, aber ehrgeizige Kinder von Mr. Bean sehr gut motiviert hat, Ziele zu verfolgen.
Für mich ist es notwendig, nicht nur im Abitur zu bestehen, sondern im Leben. Die Stegener Zeit hat mich in vielen Sachen bereichert.
Ich glaube, ich werde wehmütig sein, wenn ich aus diesem Zug aussteige und einen anderen nehmen werde. Die Trennung von einigen Freunden, die ich während der Reise traf, wird schmerzhaft sein.
Was mich glücklich machen wird, ist der Gedanke, dass ihr mir geholfen habt, mein Gepäck zu vermehren und wertvoller zu machen. Meine Mitabiturienten, unsere Reise hier ist am Ende, die Mühe hat sich gelohnt. Wir haben versucht, beim Aussteigen einen leeren Sitz zurückzulassen, der Sehnsucht und schöne Erinnerungen bei den Weiterreisenden hinterlässt.
Wir wünschen unseren Nachfolgern: Viel Erfolg bei eurem Abitur!
Meine Reise wird weitergehen in Heidelberg, dort mache ich eine Ausbildung als medizinische Dokumentationsassistentin.
Ich bin überzeugt, dass ich trotz meinen Behinderungen, noch einige Reisestationen erreichen werde, auch wenn es für mich nicht immer einfach sein wird. Aber ich weiß, dass ich viele unterstützende Reisebegleiter haben werde.
Zum Schluss möchte ich nochmal auf die Frage:
„Glauben Sie, Sie schaffen Ihr Abitur?“
zurückkommen. Ich möchte jetzt meine Antwort ändern:
Als erstes, Ziel ist es, trotz meiner Schwäche zu kämpfen, dafür braucht man Ausdauer und Mut. Ich habe mein Bestes auf der schweren Reise bis hierher gegeben, denn „man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Ein Zitat von Hermann Hesse.     
Ich habe mein Abschlusszeugnis in der Tasche. *yeah*
Ich wünsche allen eine GUTE REISE! Und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

 

Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Lehrer und Mitschüler, liebe Eltern und Gäste,

heute ist für viele einer der bedeutendsten Abende des Lebens. Wir halten das offizielle Abiturzeugnis in unseren Händen, dennoch, wenn wir ehrlich sind, können wir es immer noch nicht glauben, dass es dies nun gewesen sein soll mit der Schule. Obwohl wir wissen, dass dies kein Traum ist, können wir es noch nicht begreifen.

Es gab - wie immer - die Leute, die zunächst in die V11 mussten, aber es gab auch die Versuchskaninchen aus dem ersten G7-Zug, wie A. und mich, und die anderen Quereinsteiger von der Regelschule, zum Beispiel N. und D.. Dieser Mischmasch aus den verschiedensten Schulkarrieren und den unterschiedlichsten Persönlichkeiten bildete letztendlich die Kursstufe.

Die ersten Annäherungsversuche starteten:  man unternahm etwas zusammen und die gemeinsamen Erlebnisse schweißten die Stufe noch mehr zusammen …..

Außerdem war diese Kursstufe wohl eine der schlimmsten an dieser Schule. In den Augen der Lehrer hatten einige kein Benehmen, waren faul, undiszipliniert und schwänzten sogar. Dennoch meine ich, dass wir uns am Ende alle zusammengerissen haben und ich hoffe, dass jeder einige schöne Erinnerungen aus Stegen mitnehmen wird.

Ich kann nicht sagen, welcher Lehrer uns nicht ermahnte, nur ja frühzeitig mit dem Lernen für die schriftliche Prüfungen anzufangen. Erst knapp vor den Osterferien fingen einige an, die anderen erst in den Osterferien oder auch danach oder gar nicht. Wir haben viele Nächte mit Lernen verbracht, von allen Seiten und vor allem von den Eltern und Lehrern Unterstützung bekommen, wofür ich im Namen der Stufe allen ein großes Dankeschön und Lob aussprechen möchte.

Als dann der erste Prüfungstag in Deutsch anstand, beschnupperten wir die Aula und das schlechte Gewissen, dass wir zu spät mit dem Lernen angefangen hatten, begleitete uns. Dennoch war es sehr entspannt und es fielen lässige Sprüche, wie etwa, ob man denn in der Prüfung auch spiegelverkehrt schreiben dürfte.

Aber wir haben es geschafft und wir beenden nun das, worauf wir dreizehn, vierzehn oder mehr Jahre gewartet haben. Wir verlassen Stegen und viele Menschen, die uns am Herzen liegen. Nun wird fortan jeder den Weg, den er für seinen hält, gehen. Die einen fangen schon mit dem Studium an, die anderen machen eine Ausbildung oder engagieren sich sozial und manche fliegen nach Übersee.

Jetzt ist die Zeit gekommen, um zu glänzen.
Wo Träume greifbar werden und die Möglichkeiten unbegrenzt sind.

Jetzt ist die Zeit gekommen, die Menschen zu werden, die wir in unseren Träumen immer sein wollten.

Jetzt ist aber auch die Zeit gekommen, um zu erkennen, was wir wollen, um zu erkennen, was der Kern des unseren eigenen Wesens ist.

Denn nicht umsonst hat Sokrates einmal gesagt: "Wer glaubt etwas zu sein, der hat aufgehört, etwas zu werden."

Jetzt haben wir alle Türen offen und können hinaus in die große weite Welt. Eine Welt, die auf uns wartet.

Zum Abschied möchte ich meiner Stufe die Äußerung von Robert Louis Stevenson mitgeben: "Du kannst vor einer Schwäche nicht davonlaufen. Du musst sie bekämpfen oder zugrunde gehen. Und wenn dem so ist, warum dann nicht gleich hier und jetzt?"

Die Hörschädigung wird immer ein Nachteil, immer eine Schwäche, immer ein Stein sein, der uns den Weg erschweren kann. Ich möchte meine Klassenkameraden dazu ermutigen, mit dem Abiturzeugnis in die Welt hinaus zu gehen und keine Scheu zu zeigen, sondern das Beste aus sich zu machen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir mehr investieren müssen als andere. Aber wir können das und wir werden das schaffen und nicht vor den Anforderungen davonlaufen, sondern kämpfen! Heute ist womöglich der letzte Abend, an dem alle Abiturienten zusammen auf einem Fleck sind. Lasst uns alle gemeinsam mit unseren Familien, Freunden und den Lehrern das Abitur 2010 feiern.

Ich wünsche Ihnen und Euch allen einen schönen und erlebnisreichen Abend und viel Spaß.

Vielen Dank!

 

ein ehemaliger Praktikant

Sehr geehrte Frau Hansmann,

die zwei Wochen sind wie im Flug vergangen und ich finde es ehrlich sehr schade schon gehen zu müssen.

Da ich heute wegen Zeitdruck am Schluss nicht mehr dazu gekommen bin, Sie anzutreffen, melde ich mich jetzt nochmal für ein paar so zusagende, abschließende Wörter. Vielen Dank, dass ich in Ihrer Einrichtung mein Praktikum machen durfte, es hat mir dort sehr gefallen! Ich kann über die zwei Wochen nur Gutes sagen und ich danke Ihnen, dass Sie mir die Möglichkeit gegeben haben, diese Erfahrung zu machen, ich weiß das zu schätzen. Der Abschied war heute etwas traurig für mich, vor allem dadurch, dass mir besonders die Kinder ziemlich ans Herz gewachsen sind. Die für mich am eindrucksvollste Tatsache, die ich im Schulkindergarten vorgefunden habe, war die besondere Konzentration auf jedes einzelne Kind. Es ist wundervoll zu sehen, wie auf die so unterschiedlichen Kinder so gründlich eingegangen wird, da Individuen in Gemeinschaften - zum Beispiel in gewöhnlichen Kindergärten - normalerweise untergehen. Bei Ihnen in der Einrichtung war alles so ein fröhliches gemeinsames Miteinander und es hat überhaupt nicht gestört dass alle ziemlich verschieden waren. Ich finde selbst in den neun Tagen hat man es fast gar nicht bemerkt. Alle wurden akzeptiert wie sie sind und auch die unterstützenden Gebärden fielen mir am Anfang zwar auf, da ich es so bisher nicht kannte, waren jedoch nach ein paar Tagen ganz normal für mich und sind zur Gewohnheit geworden.

Insgesamt war es eine sehr eindrucksvolle, interessante und lehrreiche Zeit, dessen ganze positiven Seiten aufzuzählen jetzt zu lange dauern würde. Darum bedanke ich mich für diese Tage, die ich garantiert nicht vergessen werde, hoffentlich kommt es irgendwann zu einem Wiedersehen! (Heute Morgen wurde ich zum nächsten Sommerfest eingeladen und ich komme sehr gerne falls nichts dazwischen kommt)

Mit freundlichen Grüßen,

 

K.S.